RUDDO Pedals: Darf getreten werden

Die Zeiten des überaus stabilen und be-liebten Simped F16/USB (FS MAGAZIN 1/2006), das von seinem viel zu früh ver-storbenen Erfinder Dieter Hoffmann erstmal für die Flugsimulation mit Hall- Sensoren ausgestattet wurde, sind lan-ge vorbei...

Lenzkirch-Saig, Deutschland. November 2016

Die Zeiten des überaus stabilen und beliebten Simped F16/USB (FS MAGAZIN 1/2006), das von seinem viel zu früh verstorbenen Erfinder Dieter Hoffmann erstmal für die Flugsimulation mit Hall-Sensoren ausgestattet wurde, sind lange vorbei. Viele Jahre musste die Szene mit Plastik-Pedalen auskommen, die zwar gut funktionieren, aber weit entfernt von einer gewissen “betretenen” Langlebigkeit schienen. Jetzt gibt es Abhilfe, denn Virtual Fly www.virtualfly. com hat im September 2016 nach der Vorstellung von YOKO: The Yoke (FS MAGAZIN 4/2015) eine weitere “unka-puttbare” Hardware herausgebracht: Kürzlich traf RUDDO in der Redaktion ein. Ein Pedal, dass es mit 8,5 Kilogramm Gewicht in sich hat.

In einem stabilen Pappkarton gut per Schaumstoff-Formteilen gesichert, kam das RUDDO nach seiner Reise vom spanischen Andalusien aus im German Outback an. Die 24 Zentimeter (cm) hohe, 17 cm tiefe und 40 cm breite Pedalkonstruktion wurde auf einer 40 mal 40 cm großen Metallplatte verbaut, die fünf Millimeter dick ist und mehrere Befestigungslöcher aufweist.

Lieferumfang und Installation

Mitgeliefert werden ein gedrucktes (!) englisch-spanisches Handbuch mit 44 Seiten Umfang, ein USB-Kabel, Klett-streifen und ein Gurt zur Befestigung des RUDDO am Boden oder an einem Stuhl, zwei Ersatzfedern sowie ein USB-Stick mit Treiber-Software.

Die Installation erfolgt einfach per Einstöpseln des USB-Steckers in einen freien Anschluss am PC oder einem (stromver-sorgten) Hub. Die Kalibrierung erfolgt wie gewohnt mit dem Geräte-Manager von Windows oder mit dem Virtual Fly Devices Driver – siehe links. Mit diesem kann das RUDDO entweder dem Piloten oder Co-Piloten zugewiesen werden, sollten etwa in einem Cockpit zwei RUDDOs vorhanden sein.

Drehstühle ade: Befestigung

Vor dem Vergnügen hat Virtual Fly die Befestigung des Pedals gesetzt, die es alternativlos benötigt. Ohne rutscht die glatte Metallbasis aufgrund der realistischen Federspannungen unkontrolliert unter dem Schreibtisch hin und her. Virtual Fly hat sich ausgedacht, RUDDO per mitgeliefertem Gurt an einem (feststehenden) Stuhl zu befestigen oder mit selbstklebenden Klett- bändern zu fixieren. Ein Test ergab die Unwirksamkeit der Gurt-Methode besonders auf glattem Untergrund: Der Stuhl wurde bei jeder Bewegung des Pedals nach hinten bewegt. Daher kann nur das Klettband empfohlen werden. Weil allerdings die Erfahrung zeigt, dass solche Klebebänder mit der Zeit dazu neigen, sich nicht mehr rückstandsfrei entfernen zu lassen, sollte beim Einsatz eines RUDDO eine ausreichend große wie dicke Holztafel verwendet werden, auf der als Gegengewicht der Simulatortisch aufgestellt und das Pedal mit Schrauben befestigt werden kann. Nur so kann die “unverrückbare” Standfestigkeit sichergestellt werden. Derart konfiguriert harmoniert RUDDO nicht nur mit YOKO, sondern kann zudem mit dem ebenfalls fest zu installierenden 737Yoke von Aircraft Controls Engineering (ACE – FS MAGAZIN 1/2010) kombiniert werden.

Drehwürmer: Federn einstellen

Virtuelle Piloten werden den werkseitig sehr hart eingestellten Trittwiderstand verändern wollen. Wer es hart mag, der belässt die zwei installierten Federn an ihren Plätzen. Wer es weicher bevorzugt, entfernt mit einem Drei-Millime-ter-Innensechskant jeweils eine der zwei Schrauben pro Pedal. Wer die Seitenruder einstellen möchte, muss zunächst die Chassis entfernen. Mit einem Innensechskant sind zehn (!) Schrauben zu entfernen, um an die Federn zu gelangen. Schließlich stehen den Anwendern vier verschiedene Kombinationen von ganz hart bis ganz weich (hierzu wird wiederum je eine von je zwei Federn entfernt) zur Verfügung. Die Feineinstellungen gelingen jeweils mit einem Schraubendreher.

Virtual Fly wurde vorgeschlagen, zwei “Wartungszugänge” in die Chassis zu fräsen, damit die Schrauben nicht entfernt werden müssen. Und es wurde ange-regt, die beiden erforderlichen Innensechs-kant-Schlüssel mitzuliefern, deren Kosten sich im untern Centbereich bewegen.

Fazit

Virtual Fly hat erneut eine hochwertige Hardware auf den Markt gebracht: Das RUDDO bietet seinen Besitzern durch enorme Stabilität und Bewegungspräzision einen hohen Nutzungswert für etliche Jahre. Egal, wie heftig es “getreten” werden wird. Nur der ebenfalls hoch-wertige Preis wird zumindest in Familien für Diskussionen sorgen…Einzig die Notwendigkeit, das Pedal-gehäuse zur Verstellung der Widerstandsfedern aufschrauben zu müssen, stört. Qualitativ hat RUDDO zweifellos den Tipp der Redaktion verdient!

Bert Groner [email protected]